Wunsch und Wirklichkeit

Wunsch und Wirklichkeit

Wünschen will gelernt sein!

 

Ich bin zwar mitunter sehr diplomatisch, trotzdem nenne ich die Dinge gern beim Namen. Wenn z.B. jemand herumeiert, versuche ich, einen geeigneten Begriff beizusteuern, zu konkretisieren oder zusammenzufassen. Beispielsweise indem ich sage: „Sie wollen also XY!“ (wahlweise Job, Kind, Traumpartner, Reise, Designerkleid, Kündigung, Ausbildung, Scheidung, neue Frisur, großer Auftritt, usw.)

 

Das erstaunliche dabei ist, dass die Leute dabei oft merklich zusammenzucken. Sie schauen mich groß an, meinen dann „Naja, ja eigentlich schon, aber es muss natürlich nicht gleich sein, nicht GENAU das, und überhaupt, naja, geht das nicht, ich wäre schon froh wenn dieses und jenes eintritt, etc. “

 

Oft wird deutlich, dass sie in ihren Wunsch noch gar nie richtig „hineingespürt“ haben, und nun ganz irritiert sind darüber, wie er sich anfühlt. Irgendwie fremd. Ungewohnt. 

 

Einen Wunsch klar auszusprechen scheint so etwas zu sein wie ein Tabubruch, etwas das sich nicht gehört, das eigentlich nicht geht, Bescheidenheit, bla bla bla.

Es geht auch anders...

Wenn ich dagegen meinen fünfjährigen Sohn frage was er will, kommt das gleich ganz anders rüber: „Saft, einen Ausflug nach Indien und ein Batman-Kostüm.“ Außerdem wird er mal Erfinder. Nur so zur Info. Die erste Erfindung wird eine Bank, die Geld für die Armen macht.

Damit sie sich kaufen können was sie brauchen. Wenn dann noch Zeit ist erfindet er für uns eine Maschine, die den Geschirrspüler einräumt. Also das ist mal eine Ansage, oder?

 

Wann haben wir eigentlich verlernt zu sagen was wir erträumen? Richtig groß zu denken? Etwas zu wagen, und sei es nur gedanklich?

 

Realitätsverlust?

Ich verrate hier mal ein Geheimnis: Wünsche auszusprechen bringt KEIN Unglück! 

 

Aber ich gebe zu, mitunter Unannehmlichkeiten… Denn der Grund warum wir uns zurückhalten, sind doch die Nervensägen rundherum, oder? Die mit den vielen ABER’s. Die glauben, es besser zu wissen. Die darüber lachen würden, die einen ansehen als wäre man nicht ganz dicht. Die meinen, es wäre ihre Aufgabe, andere ungefragt auf den Boden der Realität zurückholen. Dort, wo sie selbst sooo schön kleben. Weil uns die Realität ja eh fast nie im Griff hat…

 

Woher kommt diese ständige Furcht vor zu viel Träumerei und den eigenen, großen Wünschen? Wenn der Wecker um 6 Uhr morgens scheppert, die Waage zwei Kilo mehr anzeigt und das Wetter miserabel ist, ist das Realität genug. Und wir vergessen schon nicht unsere tausend Verpflichtungen. Ich habe noch nie jemand kennengelernt, der DAS geschafft hätte ;-)

 

Fehlersuche

Ist es die Angst, dass das Konkretisieren eines Wunsches, das Träumen und Sehnen, verletzlich macht? Schließlich hat schon fast jeder einmal erlebt, dass nix wurde aus dem Herzenswunsch, dass das was man sich so sehr in den Kopf gesetzt hat, nicht Realität wurde. Eher im Gegenteil... Doch Halt! Lag das wirklich am Wunsch? Daran, sich die Träumerei erlaubt zu haben?

Meiner Überzeugung nach, liegt es in den meisten Fällen an den eigenen (teilweise unbewussten) Glaubenssätzen, und nicht am Wunsch an sich, wenn es mit der Realisierung so gar nicht klappen will.

 

Ein Beispiel: Eine Frau hat unbewusst eine bestimmte Sichtweise verinnerlicht, was Frausein und Mutterschaft betrifft. Vielleicht hat sie schon als ganz kleines Kind gehört, was in ihrem Umfeld darüber geredet wurde (Kinder verstehen ja nichts...!). Da wurde mehr oder weniger beklagt, dass die Mama sich für die Familie „aufopfert“, immer ihre Wünsche hinten anstellt. Vielleicht wurde sogar mit Stolz betont, dass sich das so auch gehört - das macht doch eine „gute“ Frau erst aus! Die Figur leidet, Wertschätzung gibt es nicht – ist klar. Die Geburt war sowieso ein „Horror“. Aber was nimmt man nicht alles auf sich! VOR den Kindern, da war alles anders…

 

Auch in der Ahnenreihe wurden vermutlich bestimmte Haltungen und Muster von Generation zu Generation weitergegeben. Aufopfern, leiden, Schwierigkeiten, etc.

 

Aus heutiger Sicht lauter Klischees, und der Verstand lächelt milde... Wissen wir doch alles! Top ausgebildet, gutes soziales Umfeld, die Beziehung auf Augenhöhe. Alles paletti! Der Wunsch nach einer Familie lässt allerdings auf sich warten… Irgendwas spießt sich da. Dabei wünscht man sich doch das heile, schöne Leben. Der zaghafte, (kaum laut ausgesprochen) Wunsch nach einem Baby, den man sich verkneift, der ein „Tabu“ ist, weil man es ja nicht „verschreien“ will, wird als vermeintliches Problem gesehen.

 

Bei Sternschnuppen darf man ja auch nicht verraten was man sich wünscht, sonst geht es nicht in Erfüllung…

 

Wegweiser

KANN der Wunsch hier das Hindernis sein? Wohl eher nicht. Ein Herzenswunsch ist ein Fingerzeig in die RICHTIGE Richtung! Egal ob es um Beziehungen, Karriere, Familie, oder sonstige Leidenschaften geht. Und das nachhaltig zu ignorieren und als Hirngespinnst abzutun, tut RICHTIG weh. Oft auf sehr unterschiedliche Arten, ganz individuell.

 

Unsere Prägungen, die täglichen Gedanken und unsere Glaubenssätze, sie bilden die Basis für die eigene Identität, für unser "So-sein". All das ist die Grundlage, aus der unser Unterbewusstsein schöpft. Wenn ich denke (oder verinnerlicht habe), alle Männer sind Schweine, und gleichzeitig auf den Märchenprinz hoffe, wie wird die Geschichte vermutlich enden?

 

Positiver Input

Wünschen und Träumen ist daher positiver Input für unsere Seele! Es ist unser Unterbewusstsein, das wir damit füttern, und langsam, aber stetig in die gewünschte Richtung bringen.

 

Ein unerschütterlicher Glaube, eine Gewissheit, dass etwas Gutes für einen bestimmt ist, entsteht nicht von heute auf morgen. Daher plädiere ich wirklich dafür, sich seinen Träumen hinzugeben. Den Idealfall zu visualisieren. Sich vorzustellen, das Kind im Arm zu halten. Mit dem Traummann bei der Party aufzutauchen und die dämlichen Gesichter zu genießen. Die Beförderung zu bekommen. Den Berg zu erklimmen. Standing ovations vom Publikum zu erhalten.

 

Dr. Joseph Murphy sagte „Das was du liebst kommt zu dir.“

 

Unsere Aufgabe ist es, diese Liebe zu befreien. Von all dem Müll den wir so mitschleppen. Von den Zweifeln. Wenn wir die Freude fühlen können, die uns die Erfüllung unseres Wunsches bringt, kann uns nichts mehr aufhalten.

 

Kleiner Tipp: sich einen ganz bestimmten Menschen an seine Seite zu wünschen ist ungefähr genauso sinnvoll, wie sich ein bestimmtes Kind (das man schon kennt) zu wünschen, oder sich auf die exakt gleiche Karriere eines anderen zu fixieren. Also wenn, dann bitte so, dass das Universum zumindest eine Chance hat... ;-)

Gut Ding braucht Weile

Positive Gedanken prägen das Unterbewusstsein. Das geschieht langsam, aber es funktioniert! Ein anschaulicher Vergleich ist ein Kübel schmutziges Wasser (das Unterbewusstsein), den man unter einen tropfenden Wasserhahn (positive Gedanken) stellt. Auch wenn es sehr lange dauert, irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem sich nur noch sauberes Wasser im Kübel befindet.

 

Klingt nach Arbeit? Ist es auch! ;-)

Fazit

Was braucht es also um Erfinder zu werden? Oder Astronaut? Filmstar? Bevor die Klugscheißer gleich wieder runterbeten, dass zuerst Disziplin und gute Leistungen in der Schule nötig sind, um beruflich was zu werden, aber eben vielleicht nicht gleich Astronaut, es gibt ja auch viele andere tolle Berufe, gähn…  könnte man auch mal überlegen was WIRKLICH nötig ist dazu. Ein Traum. Ein starker Wunsch. Eine Vision! Der unerschütterliche Glaube an sich selbst, und daran, alles, wirklich ALLES erreichen zu können, was man will.

 

Gott zeigt uns durch unsere Wünsche, wo unser wahrer Platz im Leben ist.

 

In diesem Sinne – alles Liebe!

 

Romana Blach

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