Selbsthass und Selbstzweifel - Der Feind in meinem Herz

Selbsthass und Selbstzweifel - Der Feind in meinem Herz

Hand aufs Herz: Lieben Sie sich so wie Sie sind? (Ja, ich meine wirklich LIEBEN!) Sagen Sie täglich JA zu sich selbst, sind Sie zufrieden damit wie Sie sind? Entsprechen Sie Ihrem Idealbild? Oder haben Sie Ihren vollkommenen Frieden damit, diesem Idealbild nicht zu entsprechen und gewisse Dinge wohl nie zu erreichen? Ja? Dann lesen Sie bitte nicht weiter! Rufen Sie mich lieber an oder schreiben Sie mir – ich möchte Sie unbedingt kennen lernen!

Hohe Ideale

Selbstzweifel oder sogar Selbsthass haben meist einen tieferen Grund. Viele von uns haben große Schwierigkeiten mit sich, mit dem wie sie sind. Wir verurteilen uns, zweifeln, hassen uns für alles Mögliche und sind unsere schlimmsten Kritiker.

 

Gefühle dieser Art entstehen, einfach weil wir es nur schwer ertragen können, nicht so zu sein wie wir gerne sein möchten. Wir haben hohe Ideale und merken, dass wir von der Verwirklichung dieses Ideals sehr weit entfernt sind, ja – anscheinend – keinen einzigen Schritt in Richtung Realisierung tun können bzw. nicht wirklich weiterkommen. Wir sind erbittert über jene Person, die uns daran hindert, das Ideal zu verwirklichen: uns selbst. Auf diese Person richten sich unser Hass und unsere Geringschätzung. An dieser Person haben wir unsere Zweifel.

 

Dies kann sich auch dadurch äußern, dass wir andere Menschen geringschätzen oder abwerten. Wenn scheinbar alle rund um uns Trottel sind, die wir verachten, ist es mit der Selbstliebe nicht weit her - soviel steht fest. Wenn wir unseren Hass auf andere Personen projizieren, also andere dafür hassen wie sie sind, wie sie sich geben, wie sie leben, wie sie aussehen – ist es immer der Hass in uns selbst, den wir erleben und der uns vor Augen geführt wird.

 

Selbsthass wirkt...

Selbsthass kann sehr zerstörerisch wirken – vor allem auf Beziehungen, auf unsere Gesundheit und unser Lebensglück. Wir fordern (unbewusst) von anderen, uns zu geben was uns fehlt. Wir machen uns nicht nur selbst das Leben zur Hölle, sondern schwanken zwischen Selbstverurteilung und Selbstmitleid.

 

Wir neigen dazu, unser Umfeld dafür verantwortlich zu machen, zu wenig Liebe zu bekommen, zu wenig wertgeschätzt oder ungerecht behandelt zu werden. Gleichzeitig verurteilen wir uns, weil wir es offenbar nicht wert sind, geliebt und geachtet zu werden. Weil wir dieses oder jenes nicht so hinbekommen wie wir es uns vorstellen. 

 

Und wenn zwischendurch mal alles passt, wenn "eigentlich" alles in Ordnung ist, machen wir uns Vorwürfe, weil wir es nicht richtig genießen, weil wir ständig das "Kopfkino" am Laufen haben, weil wir scheinbar chronisch unzufrieden sind.

 

Der Feind in meinem Herz

Auch sehr spirituelle, gereifte Persönlichkeiten neigen dazu, sich ständig selbst in Frage zu stellen, strenge Maßstäbe an sich zu setzen und entsprechend unzufrieden zu sein. Sie haben es vielleicht geschafft damit aufzuhören, andere als Ursache für ihre Probleme zu

sehen. Der Selbsthass und die Zweifel jedoch bleiben, weil das angestrebte Ideal trotzdem unerreichbar ist.

 

Dass dieses Ideal - eines durch und durch liebenden, ausgeglichenen, weisen und glücklichen Wesens mit leuchtender Aura - komplett unrealistisch ist, wird ausgeblendet. Es scheint irgendwie normal. Eigentlich. Es gibt doch solche Leute. Oder…?

  

Selbstkritik - nobody is perfect!

Es hat einige Zeit gedauert bis ich einsah, dass ich in meinem Beruf Menschen auch dann helfen kann, wenn nicht alles perfekt läuft. Und glauben Sie mir, es ist nicht immer leicht dagegen zu halten. Meine innere Kritikerin ist ja so ein Miststück…. Sie flüstert mir zu: „Ist das was du tust überhaupt für jemanden relevant?“, „Glaubst du im Ernst, dass das hier auch nur irgendjemand liest?“ oder „Wie ist es so als Möchtegern-Selbstständige, deren größter Erfolg wohl die Mutterrolle bleiben wird?“ usw. (Sie kann noch mehr, aber das erspare ich mir und Ihnen an dieser Stelle...). Zum Glück hält sie meistens die Klappe.

 

Ja, manchmal hadere ich mit mir, mit dem was ich tue, mit dem was gerade ist. Vielleicht nicht mehr so oft wie früher, aber dann und wann. Es gibt auch in meinem Leben Dinge, die ich gerne mit meiner Energetikerin und Mentorin reflektiere um mich weiterzuentwickeln. Das ist gut so. Nobody is perfect! Auch der beste Arzt wird mal krank. Auch ein Starfriseur hat mal einen Bad-Hair-Day ;-)

 

Selbstkritik kann natürlich auch gut sein für unsere Entwicklung, solange es sich um eine ehrliche, sachliche Auseinandersetzung mit dem eigenen TUN handelt (im Gegensatz zum Hadern mit dem eigenen Wert oder dem eigenen Sein). Meist betreiben wir jedoch Selbstsabotage vom Feinsten. Sie wissen was ich meine….

 

Blickwinkel ändern

Was können wir also in Sachen Selbstverurteilung und Selbsthass für uns tun?

 

Um uns von dieser Neigung zur Selbstverurteilung zu befreien, ist hilfreich, die eigene Haltung zu hinterfragen und immer wieder zu relativieren. Dazu ein paar (spirituell angehauchte) Gedanken, die helfen können, wenn wir mal wieder allzu streng mit uns selbst und anderen sind:

 

DEMUT

Machen wir uns klar, dass wir uns mit einer Haltung der SelbstBEurteilung und SelbstVERurteilung im Grunde an Gottes Stelle setzen. Verurteilen und bestrafen wir uns (oder andere), so maßen wir uns jenes Recht an, das allein Gott zusteht (bzw. dem Universum, einer höheren Instanz, der höheren Ordnung oder wie auch immer Sie es gerne nennen möchten).

 

Aus diesem Blickwinkel ist das viel zitierte Annehmen und Akzeptieren (und in weiterer Folge, das Lieben von dem WAS IST) eine Haltung der Demut und Dankbarkeit. Eine Einstellung, die uns nicht klein macht, sondern stärkt und entlastet. Machen wir uns nicht zum Richter über uns und die Welt. Demut setzt unsere Selbstzweifel und negativen Bewertungen über uns andere in eine gesündere Relation.

 

REIFUNGSPROZESS

Wir übersehen, dass wir darauf vertrauen dürfen, dass jeder Mensch seine hohen Ideale einmal verwirklichen wird. Nur müssen wir dafür erst reifen! Dieser Reifungsprozess dauert nicht einige Tage, Monate oder Jahre, vermutlich auch nicht nur ein Leben. Es ist eine Entwicklung, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegt und möglicherweise über unzählige Inkarnationen geht oder in anderen Zuständen ihre Vollendung findet. Wir sind hier auf der Durchreise.

 

GROSSE ERWARTUNGEN

Und zuletzt ganz bodenständig: Mal ehrlich - wir möchten von unseren Mitmenschen positiv wahrgenommen, wertgeschätzt und geliebt werden, obwohl wir selber dazu nicht imstande sind. Während wir uns fertig machen und anzweifeln, soll unser Umfeld uns zujubeln? Ein bisschen unrealistisch, oder…?

 

Tatsache ist: was wir im Außen erleben ist das, woran wir selbst noch arbeiten dürfen. Sei es in Sachen Toleranz, Freundlichkeit, Nächstenliebe, für sich selbst einstehen, sich kümmern, oder mutig sein. Also, es scheint wir haben noch viel zu tun!

 

Wenn wir selbst oder andere unsere Erwartungen nicht erfüllen, so lohnt es sich innezuhalten. Das ist eine wichtige Botschaft. Ob wir damit immer gleich etwas anfangen können, steht natürlich auf einem anderen Blatt... Aber das Leben ist ja geduldig und kaut es uns vor, wieder und wieder. Es bietet uns unzählige Gelegenheiten, um zu lernen und zu wachsen.


Also, wenn Sie Richter(in) werden wollen, nur zu! Aber rein beruflich versteht sich. Allen anderen sei gesagt: Wir sind nicht perfekt, aber wie sind GUT so wie wir sind! Jetzt. In diesem Moment. Wir können es nur (noch) nicht erkennen.

 

„Wir unterschätzen unseren Einfluss total. Zumindest den auf uns selbst.“  (E. Ferstl)

 

In diesem Sinne: Alles Liebe!

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Kommentare: 1
  • #1

    MiB (Freitag, 24 November 2017 17:28)

    Super auf den Punkt ... da findet Man(n) sich wieder. Weiter so sensationelle Blogs.

    Danke Michael