Genervt, gestresst, geladen

Genervt, gestresst, geladen

„Menschen stolpern nicht über Berge, sondern über Maulwurfshügel.“ (Konfuzius, 551-491 v. Chr., chinesischer Philosoph)

 

Lebensqualität! Kling gut. Und von außen betrachtet steht es bestens um die Voraussetzungen für eine hohe Lebensqualität. Wer von uns ackert schon in einem Kohlebergwerk, schläft unter der Brücke, hungert oder wird verfolgt und bedroht? Und trotzdem fühlt sich unser

Leben oft so mühsam an...

 

Auch im vollen Bewusstsein, dass es EIGENTLICH um "Peanuts" geht, wenn wir uns grün und blau ärgern über irgendwas - es ist anstrengend, wir sind unzufrieden. Etwa, weil wir beim Arzt ewig im Wartezimmer hocken, weil im Restaurant zu viel verrechnet wurde, weil keine zweite Kassa aufmacht im Supermarkt, weil jemand unfreundlich war, weil die Freundin sich nicht meldet, weil wir Stress haben, weil die Waage mehr anzeigt als erwartet, weil weil weil….

 

Klar handelt es sich dabei um keine existenzbedrohenden Probleme, Schicksalsschläge oder Krisensituationen – diese sind hier explizit nicht gemeint. Es geht um den holprigen Alltag, tägliche Ärgernisse, miese Stimmung, das Sich-unglücklich-fühlen, das Hadern mit den Dingen des täglichen Lebens.

 

Aber was steckt hinter der latenten Unzufriedenheit und was können wir tun?

Aufmerksamkeit ist Energie

Worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten, bestimmt darüber, welchen Themen wir in unserem Alltag „Raum“ geben. Wir machen das nicht bewusst, es „passiert“. Das Diktat, was wichtig ist und was nicht, kommt sozusagen von außen – zumindest fühlt es sich so an.

 

Aufmerksamkeit bzw. Fokus auf eine Sache ist nichts anderes als Energie. Energie die von A nach B fließt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Konzentration auf eine Sache anderen Bereichen Energie entzieht, da diese weniger oder keine Aufmerksamkeit erhalten. So weit so gut (oder schlecht, je nachdem)!

 

Unser Nachwuchs konkurriert beispielsweise mit elterlichen Smartphones, Stress im Job und täglicher Routine um unsere Aufmerksamkeit. Wer (jüngere) Kinder hat kennt das vermutlich: gerade wenn wir es am wenigsten brauchen, wenn wir unter Druck stehen, es eilig haben, tausend Dinge tun müssen – gerade dann werden die Knirpse besonders fordernd und richtig schön unkooperativ. Sie spüren intuitiv, dass die Ressourcen knapp sind, was Aufmerksamkeit und Energie betrifft. Und um knappe Ressourcen wird umso erbitterter gekämpft…

Wer ist hier der Boss?

Alle möglichen Personen, Dinge, Ereignisse buhlen täglich um unsere Aufmerksamkeit, sie versuchen damit den Energiestrom auf sich zu lenken. Doch wer ist hier der Boss? Wer entscheidet wohin unsere Aufmerksamkeit sich richtet, wohin unsere Energie fließt? Im Trubel des stressigen Alltags versäumen wir es, Prioritäten zu setzen, einfach weil es anstrengend ist, weil wir unkonzentriert sind, weil wir aus den Augen verlieren was uns wichtig ist und was wir wollen.

 

Wir lassen uns treiben und merken zu spät, dass die Kraft schwindet Plötzlich fühlen wir uns ausgelaugt, müde, genervt und überfordert. Aber woher kommt das? Wir haben doch gar nicht sooo viel getan heute…. bzw. nicht so viel wie wir uns vielleicht vorgenommen hätten. Die anderen haben doch auch Beruf, Familie, Verpflichtungen und scheinen das zu schaffen. Und dabei auch noch adrett auszusehen und in normaler Lautstärke zu sprechen. Wie kommt es, dass wir so schnell genervt sind, uns unwohl fühlen? Dass die Laune mal wieder im Keller ist? Weshalb sind wir nicht einfach nicht entspannt, produktiv, energiegeladen und gut gelaunt?

Unzufriedenheit kostet Kraft

Unzufriedenheit entsteht dort, wo Erwartungen nicht erfüllt werden. Vor allem die eigenen Erwartungen, aber auch die von Vorgesetzten, Kindern, dem Partner, Freunden und Kollegen.


 

Unzufriedenheit

 

Ein Gefühl das wir nur zu gut kennen. Es basiert auf unerfüllten Erwartungen und beinhaltet 3 ineinandergreifende Komponenten:

 

  • Fehlinvestition (unausgewogenes Input/Output Verhältnis)
  • Versagen (Selbstvorwürfe)
  • Ungerechtigkeit (Schuld im Außen)

 

Unzufriedenheit aufgrund einer Fehlinvestition bedeutet: (zu) viel investiert – zu wenig oder das falsche herausbekommen. Wir mühen uns ab - und erhalten nichts als Undank. Wir stressen uns, ohne dass viel dabei herausschaut. Wir hadern mit der eigenen Entscheidung oder Leistung und fühlen uns unzulänglich oder zu wenig gesehen.

 

Daraus folgt oft ein Gefühl des Versagens: Wir müssen uns eingestehen, einfach zu müde, zu energielos, zu wenig engagiert gewesen zu sein. Wir machen uns Selbstvorwürfe und sind unzufrieden mit uns selbst und unserer Leistung.

 

Zu den Selbstvorwürfen kommt noch das Gefühl der Ungerechtigkeit: warum ist das alles so anstrengend? Warum kann es nicht rund laufen? Warum werden andere besser behandelt, bekommen mehr? Wieso treffe ich immer auf Idioten die mir den letzten Nerv rauben?


Die Batterie aufladen

Es ist enorm wichtig die Verantwortung für den eigenen Energiehaushalt zu übernehmen. Und es ist ein Irrglaube dass es sich dabei immer nur um Fragen der persönlichen Einstellung handelt. Der Alltag kostet Kraft - es ist wichtig, mit bestimmten Maßnahmen dafür zu sorgen, dass diese Kraft nachhaltig zur Verfügung steht, sonst kommen wir auf keinen grünen Zweig.

 

Positives Denken, Meditation, alles super – im Alltag läuft der Hase nunmal anders. Nicht alles kann auf mentaler Ebene gesteuert werden. Souveränität und Entspannung kann man nicht befehlen oder verordnen. Sich künstlich zu motivieren und zu tun als ob alles in Ordnung wäre, ist bestenfalls sinnlos.

 

Zufriedenheit ist das Ergebnis einer entspannten, dankbaren Haltung, des Erlebens von Sinn und Wirksamkeit des eigenen Handelns und eines funktionierenden, gesunden Energiehaushaltes.

 

Nicht alles können wir direkt und sofort ändern oder abstellen – aber ein paar Schritte in die richtige Richtung bringen wir auch im stressigen Alltag unter:

 

Lebensstil, Ernährung & Schlaf

Ernährung und Gewohnheiten spielen eine große Rolle für unseren Energiehaushalt und haben somit Einfluss auf den Grad unserer Zufriedenheit. Viele Menschen haben schlichtweg keine Ahnung was sie brauchen, was ihnen gut tut und was sie besser lassen sollten. Dabei handelt es sich um ein sehr individuelles Thema.

 

Die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen sowie das gezielte Weglassen einiger Lebensmittel kann eine enorme Verbesserung des Energielevels bringen. Auch das Integrieren bestimmter Verhaltensweisen und Gewohnheiten gehört dazu.

 

Ich meine damit kein Instagram-Lifestyle-Ding, Smoothies mit 20 Zutaten, Gerichte die wie Kunstwerke aussehen, super-elegantes Profi-Yoga oder Meditation am Bergsee.

 

Keep it simple! Alles andere macht nur zusätzlichen Druck und funktioniert auf Dauer nicht. Hier ein paar einfache, allgemeine Tipps, die jedem von uns nützlich sein können und für mehr Zufriedenheit und Energie im Alltag sorgen:

 

Tipps querbeet für mehr Energie und Zufriedenheit:

  • Vitamin D3, Omega 3 sowie B-Vitamine und Vitamin C sind Nahrungssupplemente, die stärken, gut tun und Kraftreserven aufbauen

  • Den Verzehr von Brot, Nudeln, Zucker und Wurstwaren zu reduzieren ist Balsam für den Energiehaushalt. Vor allem saisonales Gemüse und Obst in den Speiseplan integrieren

  • Smartphone mind. 2 Stunden vor dem Zubettgehen ausschalten für einen erholsamen Schlaf (ja das ist schwer aber es wirkt!)

  • Als Ritual abends vor dem Einschlafen an etwas denken wofür man dankbar ist

  • Täglich 1 Glas heißes Wasser trinken – energetisiert und stärkt

  • In Stress-Situationen den sogenannten Energiekreis schließen: Zunge auf die Stelle zwischen Gaumen und obere Zahnreihe legen. Wenn möglich, zusätzlich linke Handfläche auf den Oberschenkel legen. Hilft in unangenehmen Situationen, bei Konflikten, etc. um sich energetisch nicht „abräumen“ zu lassen

  • Bewusst entspannt durchatmen – dabei auf die Atempausen achten. Funktioniert in der Warteschlange an der Kassa genauso wie zwischendurch am Schreibtisch

  • Perspektive wechseln – wenn es mal nicht so läuft wie es soll, was würden Sie einem Freund raten? Wären Sie da auch so ruppig wie mit sich selbst? („Wie blöd kann man bitte sein…“ etc.)

  • Spaziergang in der freien Natur: Unter freiem Himmel fühlen wir uns automatisch kleiner, als Teil eines größeren Ganzen - daher weniger bedeutend und nicht für alles verantwortlich. Das befreit.

  • Bei akuten Ärgernissen: gedanklich einen Schritt zurück machen. Stellen Sie sich die Frage: ist das in einem Jahr noch wichtig?

  • Die eigene Aufmerksamkeit als wertvolles Gut betrachten und entsprechend sorgsam damit umgehen – was oder wem will ich meine Aufmerksamkeit schenken? Nicht alles und jeder hat Ihre uneingeschränkte Aufmerksamkeit verdient ;-)

 

Zum Abschluss ein Zitat zum Nachdenken, eines das mir hilft die Dinge wieder etwas gerader zu rücken, falls ich mich mal im Strudel der täglichen Unzufriedenheit befinde:

 

„Be thankful for what you have. Your life, no matter how bad you think it is, is someone else’s fairy tale.“  (Wale Ayeni)

 

Ich wünsche viel Zufriedenheit, angenehme Momente und vor allem Kraft für einen guten Start in den Herbst!

 

Alles Liebe!

 

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Kommentare: 3
  • #1

    Jasi (Donnerstag, 07 September 2017 11:06)

    Finde deinen Blog mehr als hilfreich und öffnet einem die Augen in vielerlei Hinsicht! Lese ihn sehr gerne, weiters so ;o)

  • #2

    Romana Blach (Donnerstag, 07 September 2017 11:09)

    Danke, das freut mich sehr!

  • #3

    MiB (Sonntag, 10 September 2017 18:45)

    Toller Artikel. Auf den Punkt gebracht ... werde gleich ein paar Tipps diese Woche ausprobieren.
    Weiter so!
    Michael